Das südamerikanische Binnenland Bolivien gehört zu den faszinierendsten, vielseitigsten und am tiefsten in indigenen Traditionen verwurzelten Destinationen des Kontinents. Als das Dach Südamerikas geprägt, erstrecken sich im Westen die eisgekrönten Massive der Königskordillere und das schier unendliche Hochland des Altiplano. Weltbekanntes Naturwunder der Region ist der Salar de Uyuni, die größte Salzwüste der Erde, die sich in der Regenzeit in einen gigantischen, spiegelnden Himmel verwandelt. Auf über 3800 Metern Höhe verzaubert der Titicacasee, der höchste schiffbare See der Welt, mit mystischen Inseln und den Ursprungslegenden der Inka. Im krassen Kontrast zu den kargen Höhenlagen fällt das Terrain nach Osten dramatisch ab und öffnet sich zu den üppigen Nebelwäldern der Yungas sowie den weitläufigen Regenwäldern und Feuchtsavannen des Amazonasbeckens. Die prachtvollen UNESCO-Kolonialstädte spiegeln den einstigen Reichtum der Silberminen wider, während die weltberühmten Seilbahnnetze der Metropolen moderne Baukunst demonstrieren. Für Abenteurer, Naturliebhaber und Kulturinteressierte bietet Bolivien atemberaubende Naturkontraste auf engstem Raum. Kulinarisch überrascht das Land mit traditionellen Kartoffel- und Getreidesorten, herzhaften Teigtaschen und einer aufstrebenden Gourmet-Szene. Die herzliche Herzlichkeit der indigenen Bevölkerung und der Stolz auf ihre jahrtausendealte Kultur heißen Besucher mit offener Gastfreundschaft willkommen. Ein Aufenthalt in Bolivien verbindet surreale Naturwunder, andine Spiritualität und artenreiche Tropenwelten auf unvergessliche Weise.
Geschichte & Kultur
Die Geschichte Boliviens ist geprägt von präkolumbischen Hochkulturen wie Tiwanaku und den Inka, deren architektonische Meisterwerke und astronomisches Wissen bis heute bestaunt werden können. Mit der Ankunft der Spanier im 16. Jahrhundert entwickelte sich Potosí durch den ergiebigen Silberabbau im Cerro Rico zu einer der reichsten und größten Städte der Welt. Im Jahr 1825 erlangte das Land unter dem Befreier Simón Bolívar seine Unabhängigkeit. Die ethnische Vielfalt ist außergewöhnlich: Mehr als dreißig indigene Völker prägen die Verfassung und das kulturelle Leben des Vielvölkerstaates. Diese Wurzeln zeigen sich in der Verehrung der Erdmutter Pachamama, bunten Trachten und traditionellen Musikstilen mit Panflöten und Charangos. Die Baukultur vereint andinen Barock mit maurischen Einflüssen und moderner Architektur. Farbenfrohe Feste wie der Karneval von Oruro mit seinen mythologischen Maskentänzen gehören zum immateriellen UNESCO-Weltkulturerbe.
Praktische Reiseinfos
Anreise: Die internationale Anreise nach Bolivien erfolgt primär über den Viru Viru International Airport in Santa Cruz de la Sierra (IATA-Code: VVI) sowie den hochgelegenen Flughafen El Alto bei La Paz (IATA-Code: LPB). Beide Drehkreuze werden von internationalen Fluggesellschaften aus Südamerika und Europa angeflogen. Das gut ausgebaute Inlandsflugnetz verbindet die Hauptstädte schnell mit regionalen Flughäfen in Sucre (IATA-Code: SRE), Cochabamba (IATA-Code: CBB), Uyuni (IATA-Code: UYU) und Tarija (IATA-Code: TJA). Die Akklimatisierung an die Höhe sollte bei der Ankunft im Hochland eingeplant werden.
Vor Ort: Für das Überwinden der großen Distanzen und topografischen Barrieren zwischen Hochland und Tiefland sind Inlandsflüge die komfortabelste Reiseart. Ein weitverzweigtes Netz aus Fernbussen verbindet alle Städte preiswert, wobei Nachtbusse auf asphaltierten Hauptachsen genutzt werden. In La Paz bietet das hochmoderne Seilbahnnetz (Mi Teleférico) ein einzigartiges, staufreies Verkehrsmittel. Für Touren durch den Salar de Uyuni, den Südwesten oder das Amazonasbecken werden geführte Touren mit Geländewagen beziehungsweise Booten empfohlen.
Beste Reisezeit: Die optimale Reisezeit für das bolivianische Hochland (Altiplano, La Paz, Uyuni, Titicacasee) liegt in der Trockenzeit von Mai bis Oktober mit klarem blauen Himmel und sonnigen Tagen, während die Nächte kalt werden. Wer das berühmte spiegelnde Wasserphänomen auf dem Salar de Uyuni erleben möchte, reist in der Regenzeit zwischen Januar und März. Für Safaris im Amazonas-Tiefland eignet sich die Trockenzeit von Mai bis September am besten.
Preisniveau: günstig